Trickdiebstahl: Warum viele Hausratversicherer nicht zahlen

Wenn sich Trickbetrüger Zugang zur Wohnung verschaffen, zahlt die Hausratversicherung oft nicht für den entstandenen Schaden. Dabei sind häufig ältere Menschen Opfer derartige Übeltäter. Die Kriminellen geben sich als Handwerker, Elektriker oder Stromzähler-Kontrolleure aus: Und schon sind Wertsachen oder Bargeld verschwunden.

Wer die Regionalzeitungen liest, wird schnell mit den üblen Maschen von Trickbetrügern konfrontiert. Aktuellstes Beispiel: Die Braunschweiger Zeitung berichtet am Montag von einer Rentnerin, die auf die Machenschaften zweier angeblicher Handwerker reingefallen ist.

Die Betrüger riefen die Dame mehrmals an, gaben sich als Mitarbeiter der lokalen Wasserwerke aus und behaupteten, dass in ihrer Wohnung ein defektes Rohr repariert werden müsse. Die Frau glaubte ihnen – und sah sich letztendlich um Bargeld und Wertsachen im Wert von fast 15.000 Euro erleichtert, nachdem sie die Männer in ihre Wohnung gelassen hatte.

Oft treten die Täter zu zweit oder in kleinen Gruppen auf. So auch in diesem Fall: Während ein Täter das Opfer ablenkt, zum Beispiel in ein Gespräch verwickelt, schaut der Komplize, was es in der Wohnung zu holen gibt. Und schon ist der teure Schmuck oder Geld verschwunden.

Viele Hausrat-Tarife sehen für Trickdiebstahl keine Leistung vor

Solche Geschichten werden aus dem gesamten Bundesgebiet berichtet. Oft sind es gutgläubige Senioren, auf die es die Kriminellen abgesehen haben, so weiß die Polizei. Doch sobald die Betroffenen beklaut wurden, müssen sie oft eine weitere Enttäuschung erleben.

Denn in vielen Hausratversicherungen ist für Trickdiebstahl keine Leistung vorgesehen. Grund ist, dass es sich bei derartigem Diebstahl nicht um einen Einbruch oder Raub handelt, bei dem sich die Diebe gewaltsam Zugang zur Wohnung verschaffen. Sie werden von ihren Opfern in der Regel nett in die Wohnung gelassen.

Allerdings gibt es immer mehr Versicherer, die für Trickdiebstahl dennoch eine Zahlung vorsehen, auch wenn die Ersatzsumme oft begrenzt ist. Deshalb lohnt es sich gerade für ältere Menschen, im Vertrag nachzulesen, ob hierfür Schutz besteht. Häufig ist Trickdiebstahl in den etwas teureren Premium- oder Komforttarifen abgesichert. Hier lohnt ein Beratungsgespräch!

Vorsicht ist geboten!

Doch man kann auch selbst etwas tun, um sich vor Trickdiebstahl zu schützen. Handwerker oder Ableseservice melden sich in der Regel an und kommen nicht einfach unangekündigt. Wenn also jemand ohne Ankündigungsschreiben Zugang zur Wohnung fordert, sollte man ihn nicht hereinlassen. Und wer Zweifel hegt, ob die Wohnungsgenossenschaft oder die Energiewerke tatsächlich einen Handwerker schickten, sollte dort beim Unternehmen nachfragen, ob es tatsächlich einen derartigen Auftrag gibt.

Zudem sollten teure Wertsachen in einem Tresor oder Bankschließfach aufbewahrt werden, wo sie nicht jeder findet. Das ist auch besser, wenn doch mal in die Wohnung eingebrochen werden sollte: Viele Hausrat-Policen sehen nur dann einen vollen Ersatz für Wertsachen bis zur vereinbarten Summe vor, wenn sie entsprechend sicher verstaut und weggeschlossen wurden.

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